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Die chinesische Ernährungsmedizin (chinesische Diätetik) Teil 2

Stefan Englert

In der chinesischen Ernährungslehre werden alle Nahrungsmittel anhand dreier Eigenschaften kategorisiert, ihrer so genannten Temperatur, ihrer Geschmacksrichtung und ihrem angenommenen Wirkort im Körper. Diese Eigenschaften des Lebensmittels werden dann in Beziehung gesetzt zur Konstitution des Einzelnen, um zu bestimmen, welche Nahrungsmittel für ihn förderlich, welche eher schädlich sind. So werden allen Nahrungsmitteln Yin- und Yang-fördernde Qualitäten in unterschiedlicher Weise zugeordnet, ein Potenzial, das zu den Yin- und Yang-Lebenskräften des Individuums in Beziehung gesetzt wird. Anhand der Konstitution eines Menschen können unterschiedliche Empfehlungen für die Auswahl und Zubereitungsweise der Mahlzeiten ausgesprochen werden.

Im Folgenden werden die Wirktendenzen und Wirkrichtungen, die in den einzelnen Geschmacksrichtungen liegen, im Einzelnen vorgestellt:

Der scharfe Geschmack

Im Huang Di Nei Jing heißt es: „Scharfes geht zum Qi … ; Der scharfe Geschmack geht in den Magen, von dort bewegt sich sein Qi zum oberen Erwärmer; der obere Erwärmer empfängt das Qi und baut das gesamte Yang (damit) auf…; das Scharfe bewegt sich zusammen mit dem Qi; deshalb tritt der scharfe Geschmack (in den Körper) hinein und geht mit dem Schweiß wieder heraus.“ (Aus Ling Shu, Kap. 63, zitiert nach Lorenzen u. Noll Bd. 2, 1994)

Wirkung: Das Scharfe führt die Energie nach oben und außen. Es wirkt die Oberfläche öffnend, das heißt Schweiß hervorbringend, diaphoretisch und damit pathogene Faktoren ausleitend.

Funktionskreis: Lunge, auch Magen.

Indikation:

Wind-Kälte in der Oberfläche (äußerste Schicht des energetischen Systems, das entspricht beispielsweise einem Erkältungsinfekt): hilfreich sind Ingwer, Lauch und Zwiebel;

Wind-Hitze in der Oberfläche (entspricht z. B. einem Erkältungsinfekt vom Wind-Hitze-Typus, etwa Halsinfekt mit rotem Rachen): hier ist die Pfefferminze hilfreich.

Die Schärfe der entsprechenden Lebensmittel wirkt öffnend und kürzt so den Infekt ab.

Der süße Geschmack

Wirkung: Mit süß sind insbesondere auch fast alle Getreide gemeint, wie Reis, Hirse, Mais und Weizen, die nach längerem Kauen ja auch süßlich schmecken. Das Süße wirkt befeuchtend, tonisierend sowie stärkend und beruhigend. Das Süße ist neben dem Salzigen der einzige Geschmack der die Energie wieder auffüllt, das heißt tonisierend wirkt.

Funktionskreis: Milz.

Indikation:

Milz-Qi-Mangel: hilfreich sind die meisten Getreide;

Säfte- und Blut-Mangel: Eiweiß, Milch, Sahne, Butter, Fleisch (Huhn, Krabben, Rind, Schwein).

Der saure Geschmack

Wirkung: adstringierend, zusammenziehend, die Säfte bewahrend und produzierend.

Funktionskreis: Leber, auch Magen, Lunge, Niere.

Indikation:

Verlust-Syndrome: Weintraube, geriebener Apfel;

Säfte-Mangel: Pflaume, Apfelsine, Grapefruit, Zitrone, Apfel.

Der salzige Geschmack

In der Denkweise der chinesischen Medizin geht der salzige Geschmack zur Wandlungsphase Wasser, er ist der Geschmack mit der stärksten Yin-Qualität (Yin im Yin). Das Salzige geht zum Wasser (Niere / Blase) und wirkt erweichend, Stauungen lösend und absenkend. Es ist somit nützlich bei Verhärtungen von Muskeln und Drüsen, bei Verstopfung und Miktionsstörungen. Mäßig salzige Ernährung fördert die Funktion der Nieren mit Harnbildung und -ausscheidung. Zuviel Salziges macht den Puls träge, schwächt die Knochen, Fleisch und Muskeln magern ab. Auch die Herzfunktion kann unterdrückt werden und der Patient leidet an Schwermut. Seine geistigen Fähigkeiten nehmen ab. Der salzige Geschmack geht zum Blut. Er ist zu meiden bei allen Erkrankungen des Blutes und des Gefäßsystems. Da Salz eine kalte Energie hat, ist es bei Yang-Leere der Milz und der Nieren zu meiden, da sonst Ödeme entstehen können. (nach Ling Shu, Kap. 63, Suwen, Kap. 22, 23; zitiert nach Lorenzen u. Noll, Bd. 5, 2000)

Wirkung: sammelnd, verankernd, erweichend, laxierend.

Funktionskreis: Niere.

Indikation:

Nierenschwäche: Austern (eher kühlend: bei Nieren-Yin Mangel), Meeresfrüchte (eher wärmend: bei Nieren-Yang Mangel);

Obstipation: Glaubersalz.

Der bittere Geschmack

„Schließlich sollte ein chronisch Lungenkranker zuviel Bitteres meiden, da der bittere Geschmack die Flüssigkeiten austrocknet und bei einer Lungen-Yin-Schwäche die Säfte schon erschöpft sind.“ (aus Ling Shu, Kap. 63, zitiert nach Lorenzen u. Noll, Bd. 4, 1998)

Wirkung: eliminierend, drainierend, hinabführend, oft auch trocknend; mäßig bitter fördert das Herz-Yin (ein Glas Bier beruhigt den Geist); stark Bitteres schädigt den Geist, trocknet aus, verursacht Haarausfall und Hauttrockenheit, später „trockene Knochen“. Bei zuviel Nässe in der Milz eignet sich Bitteres in Maßen dazu, die Milz etwas zu trocknen.

Funktionskreis: Herz, Dünndarm.

Indikation:

Herz-Hitze kühlend: grüner Tee;

Hitze-Nässe eliminierend: Löwenzahn;

Obstipation beseitigend: Kaffee.

 

Der Wirkort

Alle Nahrungsmittel wirken auf einen oder mehrere Funktionskreise. Dies zu wissen ist für uns wichtig, um zur Behandlung eines bestimmten Syndroms die richtigen Nahrungsmittel auszuwählen.

Für die Funktionskreise Milz, Lunge, Niere, Leber und Herz, sowie für die Hohlorgane Magen und Dickdarm sollen dies ein paar Beispiele veranschaulichen (Tabelle 3) – für die Funktionskreise Gallenblase, Dünndarm und Blase sind nur wenige Nahrungsmittel wirksam.

Tabelle 3: Wirkorte ausgewählter Nahrungsmittel nach den Vorstellungen der chinesischen Ernährungslehre.

Funktionskreis

Nahrungsmittel

 

 

 

 

 

Getreide / Hülsenfrüchte / Nüsse

Gemüse / Obst

tierische Nahrungsmittel

Gewürze / Öle und Fette

Genussmittel

Milz

– viele Getreide, Reis, Hirse, Mais, Gerste, Buchweizen, Reissuppe, Ha­fer, Roggen; – Erbse; – Erdnuss, Sesam, Mandel, Esskas­tanie

– Aubergine, Kar­toffel, Karotte, rote Beete, Sellerie; – Feige

– Lamm, Schwein, Rind; – Lachs, Karpfen, Aal

Ingwer, Anis, Basilikum, Thy­mian, Kümmel, Nelke, Honig

Bier

Lunge

– Hafer, Ama­ranth; – Erdnuss, Sesam, Mandel

– Pilze, Spargel, Karotte, Zwie­bel, Lauch, Knoblauch, Radieschen; – Birne, Apfel, Banane, Wein­traube (weiß), Mandarine, Erd­beere

– Ente; – Sahne, Milch, Butter

Minze, Meer­rettich, Anis, Knoblauch, Ros­marin, Thymian, Salbei

Minztee, Tabak

Niere

– Hafer, Weizen, Hirse; – Walnüsse, Ess­kastanie, Sesam­saat, Sonnen­blumenkerne

– Kartoffel, Spar­gel; – Himbeere, Pflau­me, Weintrauben (weiß und rot)

– Wild, Hirsch, Lamm, Rind; – Lachs, Austern

Salz, schwarzer Pfeffer, Zimt Fenchel, Kümmel

Rotwein,

Leber

– Roggen; – Sonnenblumen­kerne

– Stangensellerie, Sellerie, Chico­ree, Schnittlauch, Paprika; – Zitrone

– Leber (von verschiedenen Tieren), Kanin­chen; – Shrimps, Aal

Rosmarin, Essig, Safran

Minztee, Weißwein, Alkohol

Herz

Weizen

– Kohlrabi, Lö­wenzahn, Zwie­bel, Ruccola, Endivien, Lollo rosso; – Grapefruit, Me­lone, Kokosnuss

Milch

Anis, Chillies

Kaffee, Tabak, schwarzer Tee, Alkohol

Magen

– Gerste, Hirse, Reis; – Esskastanie

– Erbsen, Olive, rote Beete, Kar­toffel, Sellerie, Gurke, Brunnen­kresse, Radies­chen; – Melone, Apfel, Ananas

– Huhn, Schwein, Rind; – Lachs, Shrimps; – Sahne, Butter, Milch

 

 

Dickdarm

– Buchweizen, Weizenkleie, Leinsamen; – Sesamsaat, Man­delmuss

– Aubergine, Gurke, Sojaboh­nen­quark (Tofu), Pilze, Spinat; – Feige, Banane

– Kaninchen, Schnecken; – Milch

Honig

Kaffee, Kamillentee

 

Eine kleine Materia Diätetika

Im Folgenden werden einige der wichtigsten Nahrungsmittel beispielhaft besprochen. Um eine Ordnung der Nahrungsmittel vorzunehmen, sind verschiedene Ansätze im Laufe der Medizingeschichte und Ernährungsphysiologie beschritten worden. Eine Einteilung lässt sich nach unterschiedlichen Gesichtpunkten vornehmen:

nach der Nahrungsmittelart: kulinarisch (z. B. Getreide, Gemüse, Obst, Fleisch, …)

nach der Pflanzenfamilie: botanisch (z. B. Gräser- die meisten Getreide, Leguminosen, Hülsenfrüchte, )

nach den wesentlichen Inhaltsstoffen: ernährungsphysiologisch (z. B. Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette und Vitamine, Mineralien, Spurenelemente).

In der chinesischen Diätetik wird üblicherweise nach der Nahrungsmittelart eingeteilt:

Getreide

Samen / Nüsse

Hülsenfrüchte

Gemüse

Obst

Fleisch

Fisch

Meeresfrüchte

Milchprodukte

Gewürze

Öle / Fette

Genussmittel

Tabelle 4 zeigt beispielhaft Inhaltsstoffe dieser Nahrungsmittel. In den folgenden Tabellen 5–14 sollen einzelne Nahrungsmittel in ihrer Wirkung nach den Vorstellungen der chinesischen Medizin vorgestellt werden.

Tabelle 4: Ausgewählte Nahrungsmittelgruppen und ihre wesentlichen, ernährungsrelevanten Inhaltsstoffe.

Nahrungsmittel                                    Inhaltsstoffe

Getreide                                                  Kohlenhydrate, Vitamin B, Kalzium, Ballaststoffe

Samen / Nüsse                                      Lipide, Öle, Mineralien (Kalzium, Eisen)

Hülsenfrüchte / Leguminosen            Eiweiße, Flavonoide

Obst                                                        Fruktose, Vitamine, Phytosterole,

Gemüse                                                   Vitamine, Phytosterole, Ballaststoffe

Fleisch                                                    Eiweiße, Vitamine

Fisch                                                       Eiweiße, Jod, Spurenelemente

Milchprodukte                                      Eiweiße, Kalzium

Genussmittel                                          Koffein, Alkohol, Teein

Tabelle 5: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Getreide.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Verwendung in Rezepten

 

 

 

Tempe­ratur

Geschmack

Wirkort

 

 

 

Reis

neutral

süß

Milz, Magen

stärkt den mittleren Erwärmer, stärkt das Qi von Milz und Magen, elimiert Nässe

Diarrhoe, Erbrechen Appetitverlust

mit Mung­bohne als Kichery zur Reinigungs­kur

Gerste

neutral

süß, salzig

Milz, Magen, Blase

stärkt das Qi der Milz, kühlt Hitze, elimiert Nässe

Diarrhoe, Appe­titverlust, Völle­gefühl, Miktions­störungen, Un­ruhe, Durstgefühl

 

Buchweizen

neutral bis kühl

süß

Milz, Magen, Dickdarm

stärkt die Milz, elimiert Nässe, senkt das Qi ab, kühlt Hitze und entgiftet

Spannung und Schmerzgefühl im Abdomen, Diarrhoe durch Hitze-Nässe, weißlicher vagi­naler Ausfluss, trüber Urin

 

Hafer

neutral

süß

Milz, Magen, Herz

reguliert den mittle­ren Erwärmer, senkt das Qi ab, stärkt den Funktionskreis Herz und hält Schweiße zurück, eliminiert Nässe

Erschöpfung, Er­brechen, Appetit­verlust, spontane Schweiße, Hyper­hidrosis, auch Nachtschweiße

 

Mais

neutral

süß

Milz, Magen, Blase

reguliert den mittle­ren Erwärmer, stärkt das Qi des Magens, elimiert Nässe

Appetitverlust, Ödeme, Gedunsenheit

 

Hirse

kühl

süß, salzig

Milz, Magen, Niere

stützt Milz und Magen, eliminiert Nässe, stärkt Nieren-Energie

Diarrhoe, Erbrechen, Appetitverlust, Übergewicht, Sodbrennen

 

Weizen

kühl

süß

Herz, Niere, Milz

nährt das Herz, beruhigt den Geist (Shen), stärkt Milz, tonisiert Nieren-Yin

Nachtschweiß, Palpitationen, Unruhe, Insom­nia, Depression

 

Tabelle 6: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Samen und Nüsse.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Cave

 

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Haselnuss

neutral

süß

Milz, Magen

reguliert das Qi, harmonisiert die Mitte

Schwäche der Mitte, Appetitverlust, Kraft­losigkeit, Erschöp­fungszustand, Rekon­valeszenz, Abmage­rung

 

Erdnuss

neutral

süß

Milz, Lunge

tonisiert die Mitte, befeuchtet die Lunge, stillt Hus­ten, fördert die Milchbildung, be­feuchtet den Darm, reguliert das Blut, stillt Blutungen

Appetitverlust, Er­schöpfungszustand, Rekonvaleszenz, Abmagerung; post­partale Er­schöp­fung mit vermin­dertem Milch­fluss; trockener Reiz­hus­ten durch Säfte-Mangel; Obstipa­tion; Nasen-, Zahn­fleischblutungen, Purpura

bei Kälte-Nässe An­samm­lungen ist Zurück­haltung gebo­ten, da sonst weiche Stühle oder Durch­fall auftreten können

Sesam

neutral

süß

Leber, Niere

tonisert Niere und Leber, stärkt die Jing*-Essenz, nährt das Blut, befeuchtet

vorzeitiges Altern, ergraute Haare, Schwäche der Lenden, LWS und Knie, Schwindel, Ohrensausen; Bi- und Wei-Syndro­me: rheumatische Beschwerden, Ob­stipation, trockener Husten, vermin­derte Laktation

 

Mandeln

neutral

süß, bitter

Lunge, Milz, Dickdarm

befeuchtet Lunge, lindert Husten, transformiert Schleim, befeuch­tet Dickdarm, laxiert

Husten, Bronchitis, Asthma, Obstipa­tion

 

Sonnen­blumenkerne

neutral

süß

Lunge, Dickdarm

tonisiert die Milz, befeuchtet den Darm, nährt das Yin

Schwäche der Mitte, Appetitverlust, Obstipation

 

Walnuss

warm

süß

Lunge, Niere

tonisiert Niere und Nierenessenz (Jing*), nährt Blut, wärmt Lunge

Lumbago, Impotenz, Husten, Asthma

 

Kastanie

warm

süß

Milz, Magen, Niere

tonisiert Niere und kräftigt Sehnen und Muskeln, be­wegt Blut und stillt Blutungen

Schwäche oder Schmerz im unteren Rücken, Hüft oder Beinbereich, Diarrhoe

 

* Jing, die Nierenessenz, ist nach cinesischer Vorstellung die im Funktionskreis Niere gespeicherte Lebensenergie.

 

 

 

 

 

 

Tabelle 7: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Hülsenfrüchte und Leguminosen.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Anmerkungen

 

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Sojabohne

neutral

süß

Niere, Milz

nährt Nieren-Yin, tonisiert Milz, dynamisiert Blut, eliminiert Wind und Nässe

Ödeme, Gelenkbeschwerden, rheumatische Beschwerden

 

Mungbohne

kühl

süß

Herz, Magen

Hitze kühlend, Sommerhitze eli­minierend, Qi ab­senkend, Nässe ausleitend, entgiftend

Unruhe, trockener Mund, Durst, Fieber­gefühl, Ödeme, Ge­dunsenheit, Miktions­störungen; Hitze-Nässe Prozesse: Diarrhoe, Geschwüre

 

Tofu*

kühl

süß

Milz, Magen, Dickdarm

Qi stärkend, Säfte fördernd, Trocken­heit befeuchtend, Hitze kühlend, Nässe ausleitend, entgiftend

Erschöpfung, Appetit­verlust, Menstruations­störungen, Dyspnoe, Husten, Miktions­störungen

Tofu ist ein proteinreiches Lebensmittel, dessen Eiweiß besonders leicht verwert­bar ist.

Erbse

neutral

süß

Milz, Magen

harmonisiert die Mitte, Qi absen­kend, Nässe aus­leitend, entgiftend

Appetitverlust, Gedun­senheit, Ödemneigung, stockende Laktation, Erschöpfung,

 

Sojamilch wird gekocht und mit Kalziumsulfat ausgefällt, die sich dann verfestigt. In einem Tuch wird das Wasser ausgepresst. Der Name Sojabohnenquark verweist auf die Ähnlichkeit in der Herstellung zum europäischen Quark aus Milch.

 

 

 

 

 

 

Tabelle 8: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Obst.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Verwen­dung in Rezepten

Cave

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Feige

neutral

süß

Milz, Lunge, Dickdarm

stärkt Milz und Magen, befeuchtet und kühlt Darm und Lunge, entgiftet

Appetitverlust bei Schwäche der Milz, unzureichen­de Milchbildung in der Stillzeit, Hitze in der Lunge mit Trockenheit, Hus­ten, Halsschmer­zen, Schluckbe­schwerden, Heiser­keit, Trockenheit im Darm mit Ver­stopfung, Hämor­rhoidalleiden

 

Banane

kalt

süß

Magen, Dickdarm

kühlend und Hitze beseiti­gend, be­feuchtend, Säfte hervor­bringend und entgiftend

Säfte-Mangel im Magen, Trocken­heit im Rachen, Unruhe, chroni­scher Husten, Trockenheit im Darm mit Obsti­pation, Hämor­rhoiden

 

bei Milz-Qi und Milz-Yang-Man­gel und bei dadurch be­dingter Diarrhoe

 

 

 

 

 

 

Apfel

kühl

süß, etwas sauer

Milz, Magen, Lunge

Säfte produ­zierend, die Lunge befeuchtend und Durchfall beendend (geriebener Apfel)

Hitze und Som­merhitze: Unruhe, Durst übermäßiger Alkoholgenuss; außerdem bei Magen-Mangel, Verdauungsstö­rungen; geriebene Äpfel sind geeig­net bei Durchfall

bei Diarrhö getrocknete Äpfel als Pulver oder geriebener Apfel

Pflaume

neutral

süß, sauer

Niere, Leber, Magen

reguliert Qi, befeuchtet

Leere-Hitze im Funktionskreis Leber. Weiterhin für erschöpftes Magen-Yin und trockenen Mund

 

Birne

kühl

süß, sauer

Lunge, Magen

transformiert Hitze-Schleim, klärt Hitze, befeuchtet

Husten mit gelbli­chem Auswurf, Obstipation

 

Weintraube

neutral

süß, sauer

Milz, Ma­gen, Lun­ge, Niere, Blase, Le­ber, Herz

stärkt das Milz-Qi, nährt Blut, nährt Säfte, kräftigt Seh­nen und Knochen, eliminiert Nässe

Erschöpfungszu­stände, Rekonva­leszenz, postopera­tive Zustände, Lumbalgien und Hüftprobleme, Herzklopfen, Schlaflosigkeit

 

Orange

kühl

süß, sauer

Magen, Lunge

Säfte produ­zierend, stillt Durst, stützt Magen und senkt das Magen-Qi ab

Magen-Yin-Man­gel mit Durst, Un­ruhe, nach Alko­holexzess, bei Magen-Qi-Stag­nation mit Übel­keit, Appetitverlust und Erbrechen

 

nicht zu verwenden bei Wind-Kälte-In­vasion wegen der Kühle und der adstrin­gierenden Wirkung der Säure; ebenfalls mit Vor­sicht bei Nässe- und Schleim-Akkumula­tion

 

 

 

 

 

 

Tabelle 9: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Gemüse.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Verwen­dung in Rezepten

Cave

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißkohl

neutral

süß

Milz, Magen

stützt und stärkt die Mitte, lindert Schmerzen

krampfartige Leibschmerzen, Ulcera ventriculi und / oder duo­deni

 

 

 

 

 

 

 

 

Karotte

leicht warm

süß

Milz, Lunge

stärkt die Milz

chronische Diar­rhoe, Husten

 

in rohem Zu­stand nicht empfehlens­wert bei Schwäche oder Kälte der Milz

 

 

 

 

 

 

Zwiebel

leicht warm

scharf, süß

Magen, Lunge

stärkt den Magen, fördert Appetit, reguliert Qi und befreit die Mitte

Appetitverlust, Oberbauchspan­nung und -druck, chronische Diar­rhoe; neuerdings bei Hypertonie, Hyperlipidämie, KHK

 

bei Hitze-Zeichen in Magen oder Lunge, auch bei Yin-Mangel

 

 

 

 

 

 

Knoblauch

warm bis heiß

scharf

Milz, Magen, Lunge

reguliert das Qi, stärkt und wärmt Milz und Magen, eliminiert Nässe und Schleim, Ul­zera beseitigend, entgiftend und Parasiten vertrei­bend, Husten stillend

Druck- und Spannungsge­fühl im Ober­bauch, besonders Verschlechterung durch Kälte, Ap­petitverlust, chronische Diar­rhoe, Dysenterie, auch bakterielle oder parasitäre Gastroenteriti­den, Wurmbefall, Infekte mit Hus­ten und Auswurf, Keuchhusten, Ulzerationen; neuerdings bei Hypertonie, Hyperlipidämie, und zur Prophy­laxe gegenüber grippalen Erkran­kungen

 

bei Hitze-Zeichen und bei Leere-Hitze durch Yin-Mangel, auch bei übermäßi­gem Schwit­zen

 

 

 

 

 

 

Sellerie

kühl

süß, etwas bitter

Magen, Leber

kühlt Hitze, be­sänftigt hoch­schlagendes Leber-Yang, vertreibt Wind, leitet Nässe aus, stärkt die Mitte, Nässe ausleitend, Qi absenkend, Blutungen stillend

hochschlagendes Leber-Yang: Kopfschmerzen, Schwindel, gerö­tete Augen; Übelkeit, Erbre­chen, Appetit­verlust; Hitze-Nässe: Miktions­störungen; Un­ruhe, Durst durch Hitze; verstärkte uterine Blutun­gen, Hyper­menorrhoe

 

wegen ihrer kühlenden Eigenschaf­ten nur mit Vorsicht einzusetzen bei Kälte und Schwäche der Milz

 

 

 

 

 

 

Spinat

kühl

süß

Magen, Dickdarm, Leber

Blutungen stillend, Yin bewahrend, Trockenheit be­feuchtend, Hitze kühlend, Geist beruhigend, Leber stützend, Qi ab­senkend

Obstipation bei Älte­ren durch Trockenheit, Hämorrhoiden, Anal­fisteln, Diabetes, trockener Mund, Durst und Unruhe; Kopf­schmerzen, Schwin­del, gerötete Augen, Nachtblindheit; Blu­tungen aus der Nase oder peranal

 

wegen ihrer kühlenden Eigenschaften nur mit Vor­sicht einzu­set­zen bei Kälte und Schwäche der Milz und Durchfallnei­gung

 

 

 

 

 

 

Aubergine

kühl

süß

Milz, Magen, Dickdarm

Blut dynamisie­rend, Blut-Stasen aufbrechend, Blut kühlend, Schmerz stillend

blutende Hämorrhoi­den, Blut im Stuhl, Obstipation, Schmer­zen im Unterbauch / Abdomen; Ulzeratio­nen der Haut

bei Ulzerationen der Haut auch äußerlich ange­wendet (zerrieben als Auflage)

wegen ihrer kühlenden Eigenschaften sind sie nur mit Vorsicht einzu­setzen bei Kälte und Schwäche der Milz mit Diar­rhoe und bei genereller Neigung zu Diarrhoe

 

 

 

 

 

 

Fenchel

warm

süß, leicht scharf

Leber, Niere, Milz, Magen

reguliert das Qi, lindert Schmerz, harmonisiert die Mitte, vertreibt Wind, beseitigt Ulzera, wärmt die Niere

Druck- und Span­nungsgefühl im Ober­bauch, Aufstoßen, Erbrechen, schlechter durch Kälte, Appetit­verlust, Diarrhoe; Gelenkschmerzen (Typus: Kälte-Wind-Nässe), Kälte bedingte Schmerzen im Unter­bauch, Hernien, im Genitalbereich

 

Kürbis

warm

süß

Milz, Magen, Lunge, Dickdarm

stärkt die Milz und Magen, transfor­miert Schleim, drainiert Eiter

Husten, schleimiger Auswurf, Asthma, Diarrhoe

 

Rettich

warm (roh: kühl)

süß, leicht scharf (roh: scharf)

Lunge, Magen

kühlt Hitze, trans­formiert Schleim, stillt Husten, pro­duziert Säfte, kühlt das Blut, eliminiert Nässe, entgiftet

Husten, zäher Schleim, Heiserkeit, Rachenschmerzen, Schluckbeschwerden; Miktionsstörungen durch Hitze oder mit Konkrementen; Blu­tungen wie Nasen­bluten, Blut im Stuhl; Schmerzen im Abdo­men, Druck- und Spannungsgefühl, Aufstoßen, Erbrechen, Diarrhoe

bei Blutungen zusammen mit Lotoswurzel oder mit Honig vermischt

Chillies

heiß

scharf

Milz, Magen, Herz

wärmt Milz und Magen, eliminiert Kälte, schweiß­treibend

Schmerz-, Druck- und Spannungsgefühl im Oberbauch, besonders Verschlechterung durch Kälte, Appetit­verlust, bei grippalen Infekten (vom Wind-Kälte Typus), bei Gelenkbeschwerden im Sinne eines Bi-Syndroms (vom Wind-Kälte-Nässe Typus)

 

bei Fülle-Hitze und bei Leere-Hitze durch Yin-Mangel kontraindiziert, auch bei Blu­tungsneigun­gen, und bei übermäßigem Schwitzen

 

 

 

 

 

 

Kartoffel

neutral

süß

Milz, Magen, Niere

stärkt die Milz, reguliert Milz und Magen, drainiert Nässe

Appetitverlust, Sodbrennen, Magenschmerzen

 

Tomate

kalt

süß, sauer

Magen

kühlt Hitze, nährt die Säfte, kühlt Blut, nährt Yin

Durst, Unruhe, tro­ckene Augen, Appetit­verlust, Zahnfleisch­bluten

 

wegen ihrer kühlenden Eigenschaften nur mit Vor­sicht einzu­setzen bei Kälte und Schwäche der Milz

 

 

 

 

 

 

Gurke

kühl

süß

Milz, Magen, Dickdarm, Blase

kühlt Hitze, leitet Nässe aus, abschwellend, entgiftend

Durst, Unruhe, Schmerzen im Ra­chen, gerötete Augen, Verbrennungen der Haut (äußerlich als Saft), Akne, Gedun­senheit, Ödeme

 

wegen ihrer kühlenden Eigenschaften nur mit Vor­sicht einzu­setzen bei Kälte und Schwäche der Milz

 

 

 

 

 

 

Lauch

warm

scharf, süß

Leber, Lunge, Magen, Niere

wärmt Milz und Magen, senkt rebellierendes Magen- und Lungen-Qi ab, wärmt Nieren-Yang, reguliert Qi und Blut, entgiftet

Appetitverlust, Auf­stoßen, Schwäche in Hüften und LWS; häufiges Wasser­lassen, Schmerzen im Brustkorb durch Stag­nationen und Stasen von Qi und Blut

 

bei Yin-Mangel und Hitze-Zeichen

 

 

 

 

 

 

Tabelle 10: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Fleisch.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Cave

 

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Rindfleisch

leicht warm

süß

Milz, Magen

tonisiert Milz und Magen, nährt Blut, kräftigt Sehnen und Knochen

Erschöpfung, Rekonvaleszenz, Diarrhoe, Lumbago

 

Schweine­fleisch

kühl

süß, salzig

Milz, Ma­gen, Lun­ge, Leber, Niere

nährt Blut und Yin, befeuchtet Trockenheit

Erschöpfung, Obstipation

 

Huhn

warm

süß

Milz, Magen

stärkt Qi von Milz und Magen, nährt Blut, tonisiert Niere und Nierenessenz (Jing*)

Erschöpfung, beson­ders auch post partum, uterine Blutungen, un­regelmäßige Menses

 

Hirsch

warm

süß

Niere

tonisiert die Niere, Qi und Blut ergän­zend, Yang stär­kend, Blut regulie­rend

Erschöpfungszustän­de, Abmagerung, Qi- und Blut-Mangel, Laktationsschwäche, Impotenz, kalte Extre­mitäten, besonders kalte Füße, Schwäche und Schmerz um LWS-, Hüft- und Kniebereich, Bein­schwäche

bei hochschla­gendem Leber-Yang, Hitze-Prozessen, heißer Jahres­zeit

* Jing, die Nierenessenz, ist nach cinesischer Vorstellung die im Funktionskreis Niere gespeicherte Lebensenergie.

 

 

 

 

 

 

Tabelle 11: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Fisch und Meeresfrüchte

Nahrungsmittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Cave

 

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Karpfen

neutral

süß

Milz, Niere

Nässe ausleitend, diuretisch, senkt das Qi ab, unter­stützt den Milch­fluss, stärkt die Laktation

Milz-Qi-Mangel: Ödemneigung, appetit­los, Diarrhoe, auch bei rheumatischen Be­schwerden durch Bi-Syndrom (Nässe, Käl­te und Wink-Obstruk­tion der Leitbahnen); nach der Entbindung mit Schwäche des Milchflusses

Fische und be­sonders auch Meersfrüchte können Haut­erscheinungen wie Ausschläge nach außen bringen. Daher nur mit Vor­sicht bei Haut­erkrankungen wie bei Ekzem und Urtikaria.

Shrimps

warm

süß

Leber, Niere

tonisiert Nieren-Yang, fördert die Milchbildung (Laktation)

Impotenz, Laktations­störungen

 

Krebse

kalt

salzig

Leber, Magen

Hitze kühlend, be­wegt das Blut, kräftigt Sehnen, Muskeln und Knochen

bei Blut-Stase: nach Verletzungen wie Muskelfaserrissen, Frakturen, Sehnenrup­turen, auch postpartale Beschwerden durch Blut-Stase; bei Ikterus durch Hitze-Nässe-Prozesse

 

Austern

kühl

salzig und süß

Leber, Niere

Säfte und Yin näh­rend, Hitze küh­lend, beruhigend

Yin-Mangel Zustände: Nachtschweiße, Herz­klopfen, nach langer erschöpfender Erkran­kung, nach Blutungen

 

Tabelle 12: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Milchprodukte.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Verwendung in Rezepten

Cave

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Kuhmilch

neutral

süß

Lunge, Magen, Herz

stärkt Niere und Lunge, befeuch­tet und nährt Blut und die Säfte, befeuch­tet Darm

Erschöpfungs­zustän­de, Obstipation (bes. bei Blut- und Yin-Mangel)

warm, mit etwas Kardamom und Ingwerpulver ist die Milch noch verträglicher und beruhigt

Butter (ähnlich: Sahne)

neutral bis kühl

süß

Leber, Milz, Lunge, Niere, Dickdarm

tonisiert, Qi und Blut stärkend, befeuchtet, stillt Durst

bei Säfte-Mangel: Obstipation, trockene Haut; bei Leere-Hitze durch Yin-Mangel: Geschwüre im Mund, Husten mit blutigem Auswurf

 

bei ausgepräg­ter Milz-Schwäche mit Nässe-Zeichen und Neigung zu Ödem- und Durchfall­neigung

 

 

 

 

 

 

Jogurt

neutral bis kühl

süß, sauer

Lunge, Dickdarm

stützt die Lunge, befeuchtet den Darm, nährt die Säfte, stillt Durst; (pharmakologisch: reich an Spurenele­menten – Zink, Kupfer, Chrom, Selen)

bei Säfte-Mangel mit so genannter „Leere-Hitze“: Unruhe, Hitzegefühl, Durstgefühl; äußerlich bei trockener Haut nd Neigung zu Hitze (Efflores­zenzen)

Bei Säfte-Mangel und gleichzeitig bestehender Milz-Schwäche kann durch Verquirlen mit Wasser im Verhältnis 1 : 1 ein sehr gut verträg­li­ches Getränk her­gestellt werden, dass in Indien „Lassi“ genannt wird. Gewürzbei­gaben wie Karda­mom, etwas Ing­wer und Gelbwurz können die Be­kömmlichkeit noch weiter verbessern.

Tabelle 13: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Gewürze.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Verwendung in Rezepten

Cave

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Pfeffer, schwarzer

heiß

scharf

Niere, Herz, Dickdarm, Magen

wärmt die Mitte, löst Schleim, vertreibt Wind

Oberbauch­schmerz, Erbre­chen, Husten, grippaler Infekt, (vom Typ: Wind-Kälte), Asthma (Typ: Kälte-Schleim)

 

Kardamom

warm

scharf

Lunge, Magen, Milz

transformiert Nässe, wärmt und stützt die Mitte, bewegt und senkt das Qi ab

Qi-Stagnation im Magen, die durch Nässe bedingt ist: Druck- und Völle­gefühl in Epigastrium oder Thorax, Appetit­verlust, Erbrechen, Übelkeit, Aufstoßen

 

bei vorbe­stehender Tro­ckenheit durch Blut- oder Yin-Mangel wegen der trocknen­den und wärmenden Wirkung

 

 

 

 

 

 

Ingwer, frisch

warm

scharf, leicht süß

Lunge, Milz, Magen

vertreibt Wind und Kälte, wärmt und stärkt Milz und Magen, stärkt das Abwehr Wei-Qi

akute grippale Infekte, Übelkeit, Erbrechen auch Hyperemesis gravidarum, Infekt­anfälligkeit

als Einzelmittel bei Infekten oder Schwangerschafts­erbrechen: 3 Schei­ben 10 min in Wasser gekocht und schluckweise getrunken

Honig

neutral

süß, leicht bitter

Dickdarm, Lunge, Milz, Magen

tonisiert die Mitte, Schmerz lindernd, befeuchtend

Oberbauchschmerz, Sinusitis, Obstipation (vom Typ: Säfte-Mangel)

 

Tabelle 14: Eigenschaften der Nahrungsmittelgruppen nach der chinesischen Ernährungslehre: Genussmittel.

Nahrungs­mittel

Eigenschaften

Wirkung

Indikation

Anmerkung

 

 

 

Tempe­ratur

Ge­schmack

Wirkort

 

 

 

Kaffee

warm

bitter, etwas süß

Herz

kräftigt den Funk­tionskreis Herz, leitet Nässe aus, diuretisch, trock­net, regt den Geist (Shen) an, lindert die Toxizität von Alkohol

bei übermäßigem Schlafbedürfnis, bei Alkoholexzess

 

Grüner Tee

kühl

bitter, süß

Herz, Lunge, Magen, Blase

drainiert Nässe, transformiert Schleim, kühlt Hitze

Kopfschmerz, Schläf­rigkeit, transformiert bronchialen Schleim

 

Schwarzer Tee

warm

bitter

Herz, Lunge, Magen, Blase, Dickdarm

drainiert Nässe, transformiert Schleim

Schläfrigkeit, transformiert bronchialen Schleim

 

Pfefferminz­tee

kühl

scharf

Lunge, Leber

vertreibt Wind, kühlt Hitze

Kopfschmerz, Augen­probleme, akute Infek­te (Typus: Wind-Hitze)

 

Nikotin

warm

scharf, giftig

Lunge, Dickdarm, Herz

reguliert das Qi, stillt Schmerz, antiparsitisch

Qi-Stagnation: mit Spannungsgefühl, Abdominalschmerzen; äußerlich: bei eitrigen Furunkeln und Bissverletzungen

 

Alkoholische Getränke (Weiß-, Rotwein)

warm

scharf, süß, gel. sauer, zum Teil auch bitter

Herz, Leber, Lunge, Magen

reguliert Qi und Blut, macht die Leitbahnen durch­gängig, vertreibt Kälte

bei Wind-Kälte-Ob­struktionen: Schmer­zen in den Gliedma­ßen, abdominelle Schmerzen, thorakale Schmerzzustände (so genanntes „thorakales Bi-Syndrom“)

wird zur Aufbe­reitung von Arz­neimitteln (chines. Phytotherapie) zur Präparation von einzelnen Heil­drogen sowie zur Bereitung von Tinkturen u. ä. verwendet

Die Zubereitung der Nahrung

Jedes Nahrungsmittel besitzt also nach den Vorstellungen der chinesischen Ernährungslehre eine ihm inne wohnende Wirkkraft. Durch Zubereitung der Nahrung kann diese Wirkung jedoch modifiziert werden. Damit lassen sich auch Nahrungsmittel, die wegen ihrer kalten Temperatur zum Beispiel problematisch wären verträglicher und damit einsetzbar machen.

Tabelle 15 zeigt häufige Zubereitungsformen und wie sie die Wirkung der Nahrungsmittel verändern.

Tabelle 15: Zubereitungsverfahren und ihre Wirkung auf die Eigenschaften von Nahrungsmitteln.

Verfahren

Wirkung

 

 

 

 

 

Trocknen

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Kochen

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Backen

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Rösten

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Dünsten / Dampfgaren

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Braten

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Räuchern

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

Kompottieren

macht Nahrungsmittel wärmer

 

 

 

 

 

in Essig einlegen

macht Nahrungsmittel saurer und lenkt die Wirkrichtung mehr aufs Blut und die Säfte

 

 

 

 

 

in Salz einlegen (Pökeln)

macht Nahrungsmittel kühler, mehr auf die Niere gerichtet

 

 

 

 

 

Gelieren, Konfitüreherstellung

macht Nahrungsmittel befeuchtender, durch Süße noch mehr auf die Milz gerichtet

 

 

 

 

 

Natürlich dienten viele dieser Verfahren ursprünglich dem Zweck, die Nahrung haltbarer zu machen, um in Notzeiten (Winter, Nahrungsverknappung) Reserven zu haben. Weiterhin dienen viele Verfahren auch dazu, die Nahrung leichter verdaulich und besser verfügbar und aufschließbar zu machen, was die Milz als Nahrungstransformationsorgan entlastet. Es ist kein Zufall, dass dies überwiegend durch Erwärmung geschieht. Schließlich hat das „Verdauungsfeuer“ der Milz die Aufgabe, Nahrung in Energie umzuwandeln und braucht verständlicherweise für kalte oder rohe Nahrung wesentlich mehr Energie als für energetisch wärmere.

Zusammenstellung der Nahrung und Nahrungsaufnahme

Die Zubereitung und das Kombinieren der einzelnen Nahrungsmittel beim täglichen Kochen wird kurz vor dem Verzehr gemacht. Natürlich beeinflusst auch die Kombination der einzelnen Nahrungsmittel die Gesamtwirkung der aufgenommenen Mahlzeit. Durch wärmere Zutaten können kühlere Nahrungsmittel kompensiert werden. Durch intensiveres Kochen kann die Aufnahme durch die Milz erleichtert werden. Und gerade die Zugabe von Gewürzen liefert die Möglichkeit, die Verdauung zu stärken (Kardamom, Ingwer, Pfeffer wärmen und stützen die Milz).

Andere Gewürze verhindern unerwünschte Effekte bestimmter Nahrungsmittel: Kümmel fördert den Qi-Fluss im Abdomen und hilft bei Kohlgerichten bekanntermaßen gegen Flatuleszenzen. Milch im Kaffee befeuchtet und kühlt leicht und schwächt so die sehr trocknende und erwärmende Wirkung des Kaffees ab.

Die Nahrungsaufnahme

Grundsätzlich gilt der alte Lehrsatz: „ Der Magen will gefüllt und wieder geleert sein.“

Das heißt, dass es am besten ist, nur dann zu essen, wenn wir hungrig sind und nicht nur dann, wenn es 12.00 Uhr ist. Eine aufgenommene Mahlzeit sollte erst vollständig verdaut sein, bevor wir erneut etwas essen. Ansonsten besteht leicht die Gefahr, dass die Nahrung unvollständig verdaut wird und mittelfristig mehr und mehr Unverdautes im Bereich von Milz und Magen „liegen bleiben“, was aus chinesischer Sicht zu Nässe führt.

Genauso wie zu häufige ist auch zu seltene Nahrungsaufnahme problematisch. Auf längere Sicht entsteht eine Schwächung von Milz und Magen, was einen Energiemangel (Qi-Mangel) zur Folge haben kann, der insbesondere bei Frauen rasch in einen Blut-Mangel münden kann.

Um möglichst vital und Energie-geladen zu bleiben, bedarf es einer Regelmäßigkeit in der Nahrungszufuhr. Bereits für Kinder ist die Regelmäßigkeit der Ernährung sehr wichtig und für Erwachsene gilt das im Grunde nicht minder.

Die zentrale Aufgabe der Milz

Der Funktionskreis Milz stellt den mittleren Erwärmer dar. Hier wird die aufgenommene im Magen vorhandene Nahrung „transformiert“, also in Qi und klare Säfte umgewandelt. Bei diesem Klärprozess werden die klaren Säfte des Körpers erneuert, während die dabei entstehenden trüben Säfte als Abfallstoffe zu den Ausscheidungsorganen herabgeführt werden müssen.

Abbildung 1 soll die physiologischen Vorstellungen der TCM bezüglich der Umwandlungsfunktion der Milz verdeutlichen.

Zeiten

Die chinesische Medizin hat bereits sehr früh chronobiologische Abläufe der Körpervorgänge beschrieben. Bei der Nahrungsaufnahme und Verdauung sind hier insbesondere die Funktionskreise Milz, Magen und Dickdarm zu betrachten:

die „Maximalzeit“ der Milz ist von 9.00–11.00 Uhr,

die des Funktionskreises Magen von 7.00–9.00 Uhr,

der Dickdarm hat sein „Leistungsoptimum“ circa von 5.00–7.00 Uhr.

Das heißt, dass die beste Zeit für die morgendliche Stuhlentleerung nach dem Aufstehen, jedoch vor dem Frühstück ist. Bei Patienten mit Neigung zu Verstopfung ist es besonders wichtig und hilfreich, sich diese Zeit nutzbar zu machen. Im Anschluss daran, in der „Magen-Zeit“ sollte ein kräftigendes, nicht zu kleines Frühstück eingenommen werden, da der Magen jetzt zu seiner besten Form gelangt. Im Anschluss daran hat es die Milz relativ leicht, das Aufgenommene umzuwandeln und und die benötigte Energie für den Tag zu liefern.

Am Mittag sind Milz- und Magen-Energien noch relativ gut verfügbar. Am Abend jedoch, besonders zu späterer Stunde, sind die Verdauungsorgane schon „im Feierabend“ , sodass das Aufgenommene nur unzureichend verarbeitet wird und sich sehr leicht Nässe im mittleren Erwärmer ansammelt. Oft ist dies auch noch am nächsten Morgen nach ausgiebigen Festessen mit reichlichem, spätem Essen zu spüren. Man beobachtet Verschleimungen in Rachen und Hals, leichtes Husten und Räuspern, vielleicht auch Verschleimungen im Bereich der Nase und Nebenhöhlen. Häufig führt diese Nässe zu einem Appetitmangel am nächsten Morgen, sodass auf ein ausgiebiges Frühstück eher verzichtet wird. Über derartige Beschwerden klagen viele Patienten, die regelmäßig erst abends ihre Hauptmahlzeit einnehmen.

Umstände und Umgebung

Das Essen in ruhiger und wohltuender Umgebung ist für die optimale Aufnahme und Umwandlung der Nahrung wichtig. Dann nämlich sind wir entspannt und die physiologischen Abläufe werden nicht gestört. Stress, Hektik, Streit- oder Geschäftsgespräche (so genannte Arbeitsessen) können über eine Leber-Qi-Stagnation Milz und Magen angreifen und dadurch die wichtige Transformation der Nahrung erschweren. Die Folge sind Bauchkrämpfe, nervöser Reizmagen oder das so genannte Reizdarm-Syndrom. Auch Essen im Stehen ist nicht förderlich. Wenn gleichzeitig mit der Nahrung Informationen aufgenommen werden, wie das beim Zeitungslesen oder gleichzeitigen Fernsehen der Fall ist, ist die Milz doppelt beansprucht. Denn auch diese Informationen müssen von der Energie der Milz sortiert und „geklärt“ werden. Dadurch kann es bei gleichzeitiger Reizüberflutung während des Essens ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden kommen.

Folgen von Ernährungsfehlern

Ein Mensch der sich über längere Zeit für seinen Typus unvorteilhaft ernährt, wird wahrscheinlich früher oder später bestimmte Folgen spüren. Da er aber möglicherweise bereits viele Jahre so gelebt hat, fällt ihm der Zusammenhang mit der Ernährung nicht auf. Die häufigsten Pathologien und ihre Ursachen seien im Folgenden kurz dargestellt:

Übermaß an kalter (physikalisch und energetisch kalt), roher Nahrung

Kalte Nahrung schwächt das empfindliche „Verdauungsfeuer Bertelsmann“ der Milz. Dies nennt man in der TCM Milz-Qi oder Milz-Yang, je nachdem welcher Aspekt betont werden soll. Daher ist ein Milz-Qi bzw. ein Milz-Yang-Mangel mittelfristig die Folge dieser Ernährungsweise.

Übermaß an feuchter (sehr „nährender“, Säfte produzierender) Nahrung

Die Milz hat die Aufgabe den im Magen liegenden Nahrungsbrei in Energie wie Qi und geklärte Säfte zu transformieren. Eine sehr nährende und befeuchtende Ernährung kann die Milz kurzfristig überlasten, sodass etwas von diesen noch ungeklärten Säften liegen bleibt. Geschieht dies häufiger oder ist es gar die Regel, dann wird allmählich Nässe- in der Milz akkumulieren. Dies führt zu Unwohlsein im Oberbauch, Druck- und Völlegefühl und allgemeiner Schwere und Gedunsenheit im Körper. Psychisch führt es oft zu Grübeleien und Entscheidungsschwäche. Krankheitsbilder wie Depression, Reizdarm-Syndrom usw. gehen oft mit einem Milz-Qi Mangel einher.

Da Nässe und Kälte beides Yin-Valenzen sind, wirkt sich eine kalte, rohe Nahrung, die auch noch sehr feucht ist, besonders belastend auf das Milz-Qi aus. Typisches Beispiel sind Milch-Shakes nach amerikanischem Vorbild: mit Chrunch-Eis gekühlt und sehr feucht durch Milchprodukte, die auch noch gesüßt und mit befeuchtenden und kühlen Fruchtauszügen wie Banane gemischt werden.

Übermaß an sehr warmer und heißer (physikalisch und energetisch) Nahrung

Heiße Nahrung führt zu Wärme und dann zu Hitze im System. Besonders anfällig hierfür sind die Funktionskreise Magen, Lunge, Leber und Herz. Langfristig führt ein innerer Hitzeprozess zur Schädigung und Minderung der Säfte, also auch des Bluts und des Yin. Dies ist dann noch schwieriger und langwieriger zu behandeln. Symptome eines Hitzezustandes sind

Sodbrennen, Zahnfleischbluten, übler Mundgeruch,

Hitze im Herzen: Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzrasen,

Lungen-Hitze: gelbliche Sekrete, Nasenbluten, eitrige Bronchitis, Sinusitis,

Hitze im Funktionskreis Leber: aufbrausendes Temperament, rote Augen, die zu Entzündungen neigen, erhöhter Blutdruck, Kopfschmerz in den Schläfen.

Übermaß an trocknender Nahrung

Eine solche Ernährungsweise trocknet das System aus. Betroffen sind vor allem die auf Befeuchtung angewiesenen Funktionskreise Lunge, Magen, Herz und Leber. Auch das Nieren-Yin wird mittelfristig betroffen. Symptome sind in dem jeweiligen Funktionskreis:

Lunge: trockener Reizhusten, Durst, trockene Kehle, trockene Haut,

Leber: brüchige Nägel,

Herz: Unruhe, Schlaflosigkeit, Nachtschweiß,

Niere: Feuer der 5 Herzen, Nachtschweiß, Durst, LWS-Probleme, konzentrierter, dunkler Harn, Hitzewellen.

Anmerkung: Trockenheit und Yin-Mangel sind nicht identisch, ähneln sich klinisch aber sehr. Die Erschöpfung der Säfte beim Yin-Mangel ist aber noch tiefgehender als bei pathogener Trockenheit.

Da Hitze und Trockenheit beides Yang-Valenzen sind, wirkt sich eine heiße Nahrung, die auch noch trocknend ist, noch stärker aufheizend und die Säfte vermindernd auf den Organismus aus. Typisches Beispiel sind Kaffee und Tabakgenuss. Dies erzeugt Hitze in den Funktionskreisen Herz, Magen und Lunge und mindert gleichzeitig das Herz-, Magen- und Lungen-Yin.

Die Erkennung des energetischen Musters – Diagnosestellung

Die chinesische Medizin geht von zwei antagonistischen Gegenspielern in unserem körperlichen und geistigen System aus:

Einerseits den dynamischen, energetischen, nicht stofflichen Kräften im Körper, und andererseits den materiellen, stofflichen Substanzen. Im chinesischen Denkmuster werden diese Gegenspieler als Yin und Yang bezeichnet. In der westlichen Physiologie könnten sie ungefähr dem Sympatikus und dem Parasympatikus als antagonisierenden Regulationssystemen entsprechen.

Diese beiden Kräfte sollten der chinesischen Medizin zufolge ausgewogen und im Gleichgewicht sein. Dann ist der Organismus gesund. In diesem Fall kann das Yin seine Kühlfunktion und Stabilisierung durch Stofflichkeit im Organismus wahrnehmen. Das Yang nimmt die dynamisiernde, erwärmende, bewegende und aktivierende Aufgabe wahr.

Dieses Gleichgewicht spürt der Patient daran, dass

kein übermäßiges Hitze- oder Kältegefühl besteht;

weder Unruhe noch vermehrte Trägheit oder Lustlosigkeit bestehen: das Yang wird „gezügelt, kontrolliert“.

Yin – als das befeuchtende und nährende Prinzip in unserem Körper – sorgt dafür, dass Haut und Schleimhäute genährt und befeuchtet werden.

Yang – als das wärmende und bewegende Prinzip – sorgt für die ausreichende Dynamik des Metabolismus, der Körpertemperatur, Enthusiasmus und lustvolle Aktivität.

Diagnosestellung

Vor einer Ernährungsberatung sollte also eine Bestimmung des energetischen Zustandes des Patienten nach den Regeln der chinesischen Medizin erfolgen. Dies geschieht durch eine ausführliche konstitutionelle Anamneseerhebung, die Betrachtung von Zunge und Puls. Dies entspricht im Wesentlichen dem Vorgehen vor einer Akupunktur- oder einer phytotherapeutischen Behandlung. Daher soll es hier nicht weiter dargestellt werden.

Tabelle 16 zeigt als Beispiel zwei klassische, einfache Krankheits-Muster in der energetischen Diagnosestellung.

Nieren- und Herz- Yin-Mangel

Milz-Yang-Mangel

 

 

 

 

 

körperliche Beschwerden

rotes Gesicht, aufsteigendes Hitzegefühl, Trockenheit der Haut und Schleimhaut (Obstipation), Durst, konzentrierter Urin, Nachtschweiß

blasses Gesicht, inneres Kältegefühl, Schwäche der Nahrungsumwandlung (erniedrigter Metabolismus), Appetit­verlust, Diarrhoe, fehlender Durst

 

 

 

 

seelische Beschwerden

Unruhe, Schlaflosigkeit

Trägheit, Erschöpfung, phlegmatisch

 

 

 

 

Zungenkörper

 

rot, eher klein oder geschrumpft, rissig

blass, gedunsen, Zahneindrücke an den Zungenrändern

 

 

 

Zungenbelag

 

vermindert oder ganz fehlend

vermehrt, weißlich, feucht

 

 

 

Puls

 

sehr fein, fadenförmig, evtl. beschleunigt, gelegentlich ist die 3. Position deutlich schwächer tastbar

kraftlos, tief, langsam

 

 

 

Praxis der Ernährungsberatung und Tipps bei der Ernährungsumstellung

Wie der Arzt die Botschaft vermittelt, trägt ganz wesentlich zum Erfolg bei

Da jeder Patient über viele Jahre bestimmte Gewohnheiten und Vorlieben entwickelt hat, ist es sehr schwierig die Ernährung einfach „umzustellen“. Oft heißt es da, sich von lieb gewordenen Gewohnheiten und Ritualen zu trennen. Und wer tut das schon leicht. Das bedeutet für den Arzt, dass er mit besonderer Sorgfalt seine Worte wählen und sehr behutsam und einfühlsam vorgehen muss.

Schriftliche Ausführungen – der Patient behält nur 20%

Eine Art vorgefertigtes Merkblatt, das für den einzelnen Patienten „individualisiert“ wird, indem der Name und das aktuelle Datum eingetragen werden, hilft, dem Patienten zu vermitteln, dass dies eine ganz auf ihn zugeschneiderte Empfehlung ist.

Ich unterstreiche auf diesem Merkblatt zusätzlich bestimmte Punkte, die ich im speziellen Fall für besonders wichtig halte.

Wenig ist mehr

Da es schwer ist, gleich auf viele neue Nahrungsmittel, Zubereitungsarten und zeitliche Abläufe zu achten, beginne ich eine Umstellung immer nur mit einigen wenigen Punkten, die ich für die wichtigsten im vorliegenden Fall halte. So soll etwa nur das Abendessen früher und leichter gestaltet werden. Dies kann schon eine ganz schön große Herausforderung sein. Eine leichte Gemüsesuppe am Abend mit etwas Brot dabei belastet das System nicht und entlastet die Verdauung in der Nachtzeit. Wenn jemand bereit ist, dies eine Zeit lang auszuprobieren, wird er / sie bald feststellen, dass auch am nächsten Morgen der bisher fehlende Appetit zurückkommt und somit eine weitere Änderung der Essensgewohnheiten von allein eintritt.

Die Therapie einiger Krankheitsbilder mit Hilfe der chinesischen Diätetik

Milz-Qi-Mangel

Ursachen

Zu reichliches Essen, unregelmäßige Mahlzeiten, Hektik beim Essen, zu befeuchtende, kalte oder rohe Nahrung, zu viele Sorgen, Grübeln, übermäßige geistige Tätigkeit, Bewegungsmangel.

Physiologie

Da die Milz die Aufgabe der Transformation der Nahrung in Qi-Kräfte und geklärte Säfte hat, kommt es bei einem Milz-Qi-Mangel zu zwei grundsätzlichen Erscheinungen:

1.Es wird zu wenig Qi produziert: der Patient fühlt sich erschöpft, abgeschlagen und müde.

2.Bleibt ein Teil der aufgenommen Nahrung im mittleren Erwärmer als ungeklärte Säfte und somit als Nässe liegen: der Patient beklagt ein Schweregefühl, Blähbeschwerden begleitet von Ödemneigung und Schwellungen, Diarrhoeneigung.

Diagnose / Befunde

Körperliche Beschwerden: blasses Gesicht, Schwäche;

Zungenkörper: blass, gedunsen, Zahneindrücke an den Zungenrändern;

Zungenbelag: vermehrt, weißlich, feucht;

Puls: kraftlos, tief, schlüpfrig.

Therapie mit Diätetik

Aus Loseblatt Werk Naturheilverfahren, Springer Verlag,
mit freundlicher Genehmigung der Redaktion, Patricia Falkenburg

 



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