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Akupunktur
nach allen Regeln der Kunst

Leitlinien und Standards für Qualitätsakupunktur:

10 Punkte für Qualität

1.         Die Chinesische Diagnose ist gerade bei chronischen Erkrankungen eine essentielle Voraussetzung und ein wesentliches Fundament einer Akupunktur nach Regeln der Kunst.
Von dieser Chinesischen Diagnose ist die langzeitige, d. h. nachhaltige Wirksamkeit der Akupunktur in entscheidendem Maße abhängig. Eine Chinesische Diagnose ist eine Differenzierung der Störung der Lebensenergie auf der oberflächigen Ebene, in den Leitbahnen sowie in den inneren Organen. Sie ist also eine Diagnose auf zwei Ebenen:

1.1  Die oberflächliche Ebene der Diagnose der Leitbahnen, den Meridianen an der Oberfläche und Peripherie des Körpers erfolgt durch die körperliche Untersuchung des Schmerzortes und dessen diagnostischer Einordnung sowie durch das genaue Erfragen der Qualitäten des Schmerzes.

1.2 Die tiefere Ebene der Chinesischen Diagnose der inneren Organe bis in die tiefste Ebene der vitalen Substanz, dem Yin wird durch die minuziöse Befragung der Symptomatik und durch der körperlichen Untersuchung des Patienten ersichtlich.

1.3  Berücksichtigung der fünf Konstitutionstypen nach den fünf Elementen, den fünf Qualitäten der Konstitution ist nicht nur als ein Fundament der Therapie von Bedeutung, sondern auch als Grundlage für prophylaktische Maßregeln.

1.4  Die Zungendiagnose gibt wesentliche diagnostische Hinweise zur Erhärtung der Diagnose und ist so ein wesentlicher Baustein der Chinesischen Diagnose.

1.5  Das Verbinden der westlichen Diagnose mit der fundierten Chinesischen Diagnose ist die definitive Behandlungsgrundlage gerade auch für eine langfristige Therapiestrategie.

2.         Im Mittelpunkt der Diagnose und der Therapie steht die Lebenskraft Qi, die Lebensenergie des Patienten und deren Störungen. Ist Qi im Ungleichgewicht, zu viel, zu wenig, oder im Fließen blockiert, wird man krank. Ist die Lebenskraft Qi in Harmonie, ist man gesund. Qi ist die Vitalität, die Lebensenergie ein vom Therapeuten erfahrbares und so direkt diagnostizierbares Phänomen, vergleichbar mit der Luft, die wir zum Leben benötigen. Akupunktur ist eine Heilkunst mit Energie, man spricht auch von einer energetischen Akupunktur.

3.         Formulierung eines Therapieplans mit primären und sekundären Therapiestrategien, den therapeutischen Absichten, den Intentionen nach den Therapie-Prinzipien der Chinesischen Medizin. Aus der chinesischen Diagnose folgen als zweiter Schritt Therapiestrategien, d. h. Behandlungsabsichten für das therapeutische Vorgehen.

4.         Setting der Akupunkturanwendung zweimal wöchentlich, in Serien von zehn Behandlungen
- 10-20 Sitzungen, d. h. ein bis zwei Serien bei chronischen Erkrankungen
- Verweildauer der Nadeln 20-30 Minuten
- Beachtung der Atmungstiefe, der Entspannung des Patienten und der Nadelstimulation.

5.         Minuziöses Aufsuchen von lokalen druckempfindlichen Punkten und der Nadelung mit sedierender oder tonisierender Nadelstimulatioen. Nadelanwendung mit gleichmäßiger Verteilung der Punkte an Kopf, Händen, Füßen, Rumpf. Es werden meist 12-20 Nadeln je Sitzung gesetzt. Die Lokalisation der ausgewählten Punkte sollte sehr exakt erfolgen. Optimale Punktekombinationen erfordern eine lange klinische Erfahrung. Die Kenntnis der Anatomie der Akupunkturpunkte ist Voraussetzung um die Stichtiefe der Nadeln adäquat zu wählen.

6.         Nadelstimulation mit Nadelgefühl, dem De Qi Gefühl. Eine adäquate manuelle Stimulation, d. h. das Drehen bzw. vibrieren der Nadeln während der Verweildauer von 20- 30 Minuten zur Intensivierung der Reizstärke ist mit einer spezifischen intensiven Nadelempfindung verbunden und ist von essentieller Bedeutung für den Therapieerfolg. Bei Schwächestörungen wird neben der tonisierenden Nadelung auch Moxibustion angewendet.

7.         Ruhige Räume, keine offenen Kabinen. Ruhe während der Verweildauer, tiefes Atmen und Fokussieren der Aufmerksamkeit des Patienten auf den Körper, der Gefühle und Empfindungen während und nach der Akupunktur sind von wesentlichem therapeutischen Einfluss.

8.         Kontinuierliche Beachtung von Veränderungen der Symptomatik und der Veränderungen der Lebenskräfte, also eine kontinuierliche Diagnoseanpassung an die Therapie ist essentiell.

9.         Anwendung zusätzlicher Akupunktur-Mikrosysteme wie z. B. Schädel- und Ohrakupunktur.

10.     Anwendung ergänzender Therapien wie Moxibustion, Tuina, Qi Gong, Tai Ji, Chinesische Ernährungsmedizin oder Chinesische Arzneimitteltherapie. Diese ergänzenden therapeutischen Maßnahmen wie z. B. Moxen, Ernährungsberatung, Qi Gong, sind sehr nützlich, um die nachhaltige Wirksamkeit der Akupunktur bei chronischen Erkrankungen zu fördern.

An dieser Stelle wird ein 10 Punkte Katalog für eine Qualitätsakupunktur zur Diskussion vorgelegt, aus dem ein Konsensuspapier entstehen soll.

Wir möchten Sie als „Akupunktur Community“ bitten, sich an der Diskussion dieser 10 Punkte für Qualität zu beteiligen.

Wovon ist die Qualität in der Medizin, in der Komplementär- und Alternativmedizin abhängig? Welches sind die wesentlichen Punkte für eine qualitativ hochwertige Akupunktur mit den höchsten Therapieerfolgen auch bei chronischen Erkrankungen?



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