|
|
| Akupunktur - Patienteninformation | |||||||
|
Gabriel Stux Das Herz reguliert nach chinesischer Vorstellung das Fließen von Blut und der Lebensenergie, kontrolliert somit die Blutgefäße. Auch die psychischen Funktionen wie Denken, Gedächtnis bzw. Bewusstsein werden vom „Shen“, dem Geist hervorgebracht. Der Raum des Herzens wird als Sitz des Shen im Körper betrachtet. Psychische Funktionen wie Wachheit, Klarheit der Gedanken, Gedächtnis, Schlaftiefe usw. kann man über die Harmonisierung des Herzens positiv beeinflussen. Herzstörungen sind häufig durch Fülle und Hitze gekennzeichnet, dann stehen psychische und körperliche Symptome wie innere Unruhe, Rastlosigkeit, Nervosität, übermäßige Reizbarkeit mit Erregungszuständen und Schlafstörungen im Vordergrund. Andererseits stehen Blockaden des Herzens d. h. das nicht freie Fließen der Herzenergien ganz im Vordergrund. Die häufigste Störung ist hier die Stagnation des Herz-Blutes. Emotionale Anspannung führt zu Stagnation von Qi und dann auch des Blutes (Qi und Blut fließen zusammen). Traumatische Lebenssituationen führen oft auch zu Blockaden des Herzens. Dann ist in schweren Fällen das Fließen des Blutes und so auch der Lebensenergie im Herzen verlangsamt oder eingeengt. Man spricht deshalb auch von Herzblockade. Die Symptomatik ist gekennzeichnet durch Beklemmungsgefühl bzw. Engegefühl oder Spannungsgefühl im Brustkorb mit Stichen. Übermäßig empfundenes Herzklopfen, die man Palpitation nennt und Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern sind sehr häufige Symptome, die bei vielen Patienten mit Angstgefühlen einhergehen. Schmerzen an der Innenseite des linken Armes mit übermäßigem Schwitzen, treten auf wenn diese Störungsmuster ausgeprägter verlaufen. Oftmals treten Herzstörungen in Verbindung mit Störungen anderer Organe z. B. des Milz-Pankreas oder der Niere auf. Auch nicht fließende Leberenergie wirkt sich häufig auf das Herz aus. Westliche Diagnosen wie Angina pectoris, koronare Herzerkrankung, Myokardinfarkt beruhen häufig auf einer mehr oder weniger ausgeprägten Form der Stagnation des Herz-Blutes. Die Therapie ist gerichtet auf das Fördern des Fließens von Qi und Blut, auf das Auflösen der Stagnation, d. h. der Blockade. Die Akupunktur steht hier im Mittelpunkt der Therapie. Herzblockaden können sehr wirkungsvoll gelöst werden, wenn der Patient während der Akupunktursitzung tief in den Brustkorb atmet, die Aufmerksamkeit nach Innen richtet und die Empfindungen und Gefühle im Brustkorb beobachtet. Gerade Atemübungen während der Akupunktursitzungen können das Lösen der Herzblockaden deutlich beschleunigen. Oft kommen Gefühle, die mit der Entstehung dieser Blockaden in Zusammenhang stehen, an die Oberfläche und werden dann besser wahrgenommen. Körperliche Bewegung kann ebenfalls hilfreich sein, die Blockaden dauerhaft zu lösen.
www.Akupunktur-aktuell.de unter dieser Adresse finden Sie im 14tägig erscheinenden Internet-Informationsdienst weitere Informationen zur Akupunktur und unter www.Akupunktur-Qualitaet.info startet die Qualitätsinitiative Akupunktur zunächst mit einer Internetplattform für Ärzte und Patienten. Akupunktur – Grundlagen, Techniken, Anwendungsgebiete, Stux (1996) C.H.Beck Wissen, Beck’sche Reihe
|