Hier beginnen wir mit einer
losen Folge von Beiträgen, die verschiedenste Aspekte und Erfahrungen
der Praxis der Akupunktur des Autors der vergangenen 30 Jahre
resümiert.
Der Einstieg
Am 6. April 1977 besuchte ich im Rahmen meines ersten
Aufenthaltes in Asien eine Akupunkturklinik in Sri Lanka. Von Dr.
Anton Jayasuriya, einem Rheumatologen, dem Leiter der Akupunkturabteilung,
wurde ich sehr freundlich aufgenommen. Täglich wurden 80-100
Patienten mit Akupunktur behandelt. Bereits am 2.Tag durfte ich
eine Serie von Nadeln setzen.
Baihui
Ganz früh, wahrscheinlich schon am ersten Tag tauchte ein ganz
besonderer Punkt „Baihui“ „Hundert Verbindungen“
auf.
Ihm wurden ganz besondere, fast magische Eigenschaften zugeschrieben:
Er beruhigte, hatte eine sehr ausgleichende, harmonisierende Wirkung
auf die Psyche und auch auf den Körper, half bei Innerer Unruhe
und Nervosität, bei Schlafstörungen und Erregungszuständen.
Baihui repräsentierte auch das „Höchste Yang“
im Körper, die Sonne, das Licht.
Man sollte diesen Punkt
in jeder Sitzung einsetzen, da er sehr gut beruhigte, Spannungen
löste, .... und hundert Verbindungen in alle Körperteile
hatte, die über diesen Punkt positiv beeinflusst werden konnten,
also ein wirklich magischer Punkt, gerade für den Einstieg.
Etwas später kam auch der Punkt Sishenchong ins Spiel, vier
Punkte die Baihui umgeben und seine Wirkungen verstärken bei
schweren Störungen, bei starker Unruhe, bei schweren Unruhezuständen.
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Erst sehr viel später
lernte ich die äußeren Sishenchong-Punkte kennen, einen
weiteren Cun seitlich; Punkte die noch mehr öffnen für
noch intensivere innere Wirkung.
Am ersten Tag wurden die Patienten vom Leiter der Abteilung auf
der einen Seite genadelt, ich durfte die andere Seite nadeln.
In zwei Wochen konnte man die wichtigsten 100 Punkte erlernen. Täglich
behandelte ich bereits nach einer Woche 20-25 Patienten selbständig.
Da damals nur wenige Ärzte
dort Akupunktur lernten, hatte man alle Hände voll zu tun.
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Die interessantesten
Patienten wurden ausführlich klinisch vorgestellt. Die Patienten
konnte man danach befragen, da sie alle englisch sprachen. Es gab
viele exotische Erkrankungen wie Filariose und Elefantiasis.
Nach der Behandlung der Patienten, die im Sitzen erfolgte, gab es
am späten Vormittag eine Vorlesung, die sich auf die Grundlagen
der Akupunktur konzentrierte.
Die Praxis der Akupunktur war so aufregend und die Erfolge der Therapie
so überzeugend, dass ich bereits nach 3 Monaten meinen
Sommerurlaub wieder in der Akupunkturklinik in Sri Lanka verbrachte.
Die Begeisterung ging
so weit, dass bereits nach einem Jahr die Idee zur Gründung
einer Akupunkturgesellschaft aufkam, um deutschen Kollegen das praxisnahe
Erlernen der Akupunktur zu erleichtern.
Die damals in Deutschland
angebotenen Kurse waren mit wenig praktischem Bezug, sehr steif
und meist verschult. Das war sehr unbefriedigend. Man lernte nur
Theorie von meist älteren Kollegen, die Akupunktur nicht mit
Qi praktizierten. Die Theorie stand ganz im Vordergrund, wie auch
im üblichen Medizinstudium an Anfang.
Dr. med. Gabriel Stux
Akupunktur Centrum
Goltsteinstraße 26 40211 Düsseldorf
E-Mail: Stux.Gabriel@t-online.de
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