In den zurückliegenden
Jahren ist eine deutliche Zunahme der Anwendung der klinischen Akupunktur
zu verzeichnen.
Die Hauptindikationen der Akupunktur sind chronische Schmerzen,
in erster Linie Kopfschmerzen und Migräne sowie schmerzhafte
Erkrankungen des Bewegungsapparats.
Die Gerac Studie im Rahmen der Modelluntersuchungen der gesetzlichen
Krankenkassen hatte zeigen können,
dass Akupunktur der westlichen Standardtherapie sehr deutlich überlegen
ist.
Bei Migräne hat
die Akupunktur mit 11 Sitzungen in 6 Wochen eine etwas bessere Wirksamkeit
als eine westliche prophylaktische medikamentöse Therapie über
6 Monate!
Bei Spannungskopfschmerzen
waren die Therapieerfolge ähnlich gut.
Das Resümee von Prof. Dr. Hans-Christoph Diener des deutschen
„Kopfschmerz Papstes“ dazu:
„Die Akupunktur stellt beim chronischen Kopfschmerz eine effektive
und risikoarme Ergänzung des therapeutischen Konzepts dar,
was eine Anwendung der Akupunktur im Rahmen der schmerztherapeutischen
Behandlung rechtfertigt.“
Nach Vorstellung der Chinesischen Medizin liegt bei Migräne
und bei Kopfschmerzen eine Blockade im Fließen der Lebensenergie
in den Meridianen des Kopfes vor. Mit Hilfe der Nadelung von Akupunkturpunkten
kann man die Störung im Fließen der Lebenskräfte
dauerhaft auflösen.
Im ersten Schritt analysiert man anhand der Symptome die Art des
Störungsmusters, sowohl auf der oberflächlichen, als auch
auf der tiefen, inneren Ebene. Aufbauend auf der daraus folgenden
Chinesischen Diagnose löst man die Störungsmuster meist
dauerhaft auf. Dies erfordert ein differenziertes therapeutisches
Setting und nicht nur das einfache Stechen von spezifischen Punkten.
Zahlreiche therapeutische Modalitäten sind notwendig, um die
Störungsmuster dauerhaft zu beseitigen.
Philosophischen und theoretischen Grundlagen der Akupunktur
Die philosophischen und theoretischen Grundlagen der Akupunktur
wurden vor über 2.000 Jahren im Rahmen der antiken chinesischen
Medizin formuliert. Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die
Vorstellung von einer im Körper fließenden Lebenskraft,
auch Lebensenergie genannt, chinesisch Qi, auf deren Wirkung alle
Lebensäußerungen beruhen. Die Lebensenergie ist in ständigem
Fließen, immer in Bewegung, Veränderungen bewirkend.
Auch die Funktionen innerer Organe wie Atmung, Verdauung der Nahrung,
Immunabwehr, Muskelbewegungen wird von der Lebensenergie hervorgebracht.
Ähnlich wie die Flüsse das Land durchziehen, ziehen Energiebahnen,
Meridiane genannt, durch den Körper und versorgen ihn mit der
lebensnotwendigen Energie.
Auf diesen Leitbahnen liegen die Akupunkturpunkte, mit deren Hilfe
man die Energieflüsse beeinflussen und regulieren kann.
Wenn man gesund ist, fließt die Lebensenergie in Harmonie,
die Funktionen der Organe sind kräftig und ungestört.
Krankheiten sind nach chinesischer Vorstellung auf eine Störung
im Fließen der Lebensenergie Qi zurückzuführen,
entweder liegt eine Schwäche oder eine Fülle der Lebenskräfte
vor. Auch Blockaden im Lebensenergiestrom können vorliegen,
die zu Schmerzen, beispielsweise zu Migräne führen.
Im Mittelpunkt der Therapie steht die Regulierung der Lebenskraft
Qi, die Lebensenergie des Patienten. Qi ist die Vitalität,
die Lebenskraft, ein vom Therapeuten direkt erfahrbares und so diagnostizierbares
Phänomen. Akupunktur ist eine „Heilkunst mit Energie“,
man spricht auch von einer energetischen Akupunktur. Die Nadelung
der Akupunkturpunkte hat eine harmonisierende Wirkung, Fülle
wird gedämpft, Schwäche angeregt und Blockaden z. B. bei
Migräne gelöst, so daß ein ungestörtes harmonisches
Fließen des Qi gefördert wird.
Akupunktur nach allen Regeln der Kunst
Nur eine qualitativ hochwertige Akupunktur nach allen Regeln der
Kunst ermöglicht bestmögliche Therapieergebnisse.
In der Qualitätsinitiative
Akupunktur haben sich Akupunkturgesellschaften mit anderen
kompetenten Partnern zusammen getan, um sich für eine gesicherte
Qualität in der Akupunktur und damit eine bestmögliche
und hochwertige Akupunkturtherapie zu engagieren. Im Fokus steht
dabei das Interesse, Akupunktur nicht auf das symptomatische Stechen
von Nadeln zu reduzieren, sondern die Gesamttherapie im Kontext
der Chinesischen Medizin zu sehen und für Patienten und Laien
verständlich zu machen. Ein Qualitätssiegel wird an die
Ärzte verliehen, die über eine gute Ausbildung und fundierte
Erfahrung verfügen. Mit diesem Qualitätssiegel
können Ärzte signalisieren, dass ihre Akupunktur mehr
ist als nur einfaches symptomorientiertes Nadelsetzen.
Gemäß dem Konsensuspapier zur Qualität der Akupunktur
der Qualitätsinitiative Akupunktur stehen dabei u. a. die Chinesische
Diagnose, die Regulierung der Lebensenergie Qi, der Therapieplan
und spezifische Behandlungsmodalitäten im Vordergrund. Für
eine Qualitätsakupunktur wurden von der Qualitätsinitiative
Akupunktur Leitlinien und Therapiestandards formuliert.
Chinesische Akupunktur ist eine Kunst
Akupunktur ist eine medizinische Kunst, die in China vom Lehrer
an den Schüler weitergegeben wurde. Sie ist ein Teilgebiet
eines ganzheitlichen Medizinsystems, das die Vorstellung einer fließenden
Lebenskraft in den Mittelpunkt stellt, deren Störungen Gesundheitsstörungen
und Krankheiten verursachen.
Ein guter Künstler braucht nicht nur die Farbe und einen geübten
Pinselstrich für ein gutes Kunstwerk. Intuition und Inspiration
ist neben einer gut erlernten Technik essentiell. Voraussetzung
ist hier zunächst die Anleitung durch einen erfahrenen Akupunkturpraktiker.
Chirurgie ist auch nicht aus dem besten Lehrbuch oder aus guten
Vorlesungen zu erlernen, sondern wird von einem erfahrenen chirurgischen
Lehrer vermittelt. Um das intuitive Erfassen von energetischen Störungsmustern
zu erlernen sind deutlich mehr als 200 Stunden Ausbildungsdauer
erforderlich.
Die Akupunkturtherapie der Migräne betrachtet man bei Migräne
nicht als Prophylaxe, wie die prophylaktische Gabe von Medikamenten,
sondern sie zeigt in vielen Fällen ist eine dauerhafte Heilung.
Akupunktur ist nicht vergleichbar mit der Gabe von einem Medikament,
also ist sie nicht mit der „Gabe“ von 10-20 Nadeln vergleichbar.
10% der niedergelassenen Ärzte praktizieren Akupunktur; 40%
der niedergelassenen Orthopäden, 36% der Allgemeinmediziner
behandeln mit Akupunktur in der Praxis. 6-7 Millionen Patienten
haben sich im Rahmen der Modellvorhaben der gesetzlichen Krankenkassen
in den vergangenen 5 Jahren mit Akupunktur behandeln lassen.
Die Zahl der Akupunktursitzungen wird auf 15-20 Millionen im Jahr
geschätzt. 250-300 Millionen Euro wurden jährlich dafür
ausgegeben, dies sind lediglich 1% der Aufwendungen für Arzneimittel
oder 1?1,5 Promille der gesamten Gesundheitskosten
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