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29. März 2007

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Frauen sind sensibler für Akupunktur

Nach Geschlechtsstratifizierung in Gerac zeigt sich, dass bei den Männern die (vorgetäuschte) Sham-Akupunktur signifikant schlechter wirkt als (echte) Verum-Akupunktur. Wenn man die Wirkungen der Akupunktur nur bei Männern betrachtet, gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen Verum- und Sham-Akupunktur.

„Nach Geschlechtsstratifizierung zeigt sich, dass bei den Männern, im Gegensatz zu den Frauen, die Shamakupunktur deutlich schlechter abgeschnitten hat als Verumakupunktur oder Standardtherapie.“ Und  ...  „Eine Besonderheit ergab sich beim Patientenurteil bezüglich des Therapieerfolges (PGA), das zwar unabhängig vom Patientenalter und der Akupunkturindikation, indes abhängig vom Geschlecht ausfiel: 66,2 Prozent aller Patientinnen aber nur 49,5 Prozent aller Patienten bewerteten den Therapieerfolg als sehr gut oder gut “.

Männer und Frauen reagieren folglich auf Nadelreize unterschiedlich: Männer brauchen spezifischere und intensivere Reize, also tieferes Stechen und mehr Stimulation, wie dies bereits die chinesische Medizintheorie empfiehlt. Frauen reagieren deutlich sensibler auf geringe Reize der Sham-Akupunktur und viel ausgeprägter auf adäquate Akupunkturanwendung. Deshalb favorisieren sie die Akupunktur und kommen häufiger.

Die Chinesische Medizintheorie wird bestätigt. Bei Yang-Störungen, die Männer häufiger haben, ist eine intensivere Stimulation der Nadeln notwendig, als bei Yin-Störungen. Jetzt wird es Zeit die umfangreichen und vielfältigen Ergebnisse von Gerac und ART zu interpretieren und in einem klinischen Kontext nutzbringend zu verstehen. Es bringt in der Diskussion und für das Verstehen jedoch wenig, wenn man die Ergebnisse nur aus der westlichen Perspektive analysiert und nicht unter Einbeziehung der Chinesischen Medizintheorie, wie es im Ärzteblatt versucht wurde.

Es kommt wahrscheinlich auch weniger auf die Spezifität der einzelnen Punkte an, als vielmehr auf viele andere Modalitäten bei der Therapie wie beispielsweise auf eine „energetische“ Beziehung zwischen den Therapeuten und den Patienten. Wenn ein Arzt beispielsweise vom Konstitutionstyp Holz oder Feuer ist, bewegt er sehr viel Lebensenergie der Patientin, auch wenn er nicht gerade die optimale Punktekombination ausgewählt hat. Meist sehr viel mehr als ein penibel arbeitender Arzt vom Metall- oder Wasser-Typ.

Literatur: Endres, Heinz G.; Victor, Norbert; Haake, Michael; Witte, Steffen; Streitberger, Konrad; Zenz, Michael
Akupunktur bei chronischen Knie- und Rückenschmerzen,
Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 3 vom 19.01.2007, Seite A-123 http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=54179




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